Sterbenz Károly (1901–1993) – Maler und Grafiker aus Sopron
Geburt und frühes Leben
Sterbenz Károly wurde am 1. Januar 1901 in Sopron (damals Ödenburg) geboren. Er wuchs in einem deutschsprachigen Elternhaus auf – seine Muttersprache war Deutsch, Ungarisch lernte er erst in der Schule. Sein Vater war Malermeister und arbeitete unter anderem mit dem bekannten Künstler Ferenc Storno an den Dekorationsarbeiten des ungarischen Parlamentsgebäudes.
Ausbildung
Nach dem Besuch der Bürgerschule in Sopron studierte er an der Kunstgewerbeschule in Budapest im Fachbereich Dekorationsmalerei. Dort war er Schüler von Ferenc Helbing und Jenő Haranghy und schloss sein Studium im Jahr 1921 mit Diplom ab.
Künstlerische Laufbahn
Nach seiner Ausbildung kehrte er nach Sopron zurück, wo er sein ganzes Leben verbrachte und wirkte. Er gestaltete zahlreiche Wandgemälde und Fresken in Kirchen und öffentlichen Gebäuden der Stadt – unter anderem in der Stephanskirche (Szent István-templom), im Rathaus, im Bahnhofspalais der GySEV, im evangelischen Kirchengebäude sowie im ehemaligen Waisenhaus und in der Komitatsverwaltung.
Besonders bekannt wurde Sterbenz durch seine grafischen Arbeiten – vor allem seine Exlibris, mit denen er auch international Anerkennung erlangte. Seine Werke wurden in Städten wie Hamburg, Leipzig, Krakau, Paris, Como, Minsk und Bologna ausgestellt.
Themenschwerpunkte und Stil
Sterbenz war zutiefst mit seiner Heimatstadt Sopron verbunden. Viele seiner Werke zeigen Stadtansichten, Alltagsszenen und die Charaktere des bürgerlichen Lebens. In seinen Skizzenbüchern finden sich oft Weinleser, Kartenspieler und typische lokale Figuren.
Kriegsjahre und persönliche Verluste
1942 wurde er zum Militärdienst eingezogen. Während eines Luftangriffs im Zweiten Weltkrieg wurde sein Haus zerstört. Dabei kamen sein Vater, seine Schwester und später auch eines seiner Kinder ums Leben. Trotz dieser tragischen Verluste verließ er Sopron nie. Auf die Frage, warum er nicht ins Ausland gegangen sei, antwortete er schlicht:
„Das ist meine Heimat.“





